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Adelheid Lipp Wartstrasse 12 , 8400 Winterthur (direkt beim Bahnhof) Telefon 052 202 35 85 |
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Auf den Weg, das
T'ai Chi Ch'üan zu lernen, habe ich mich im Herbst 1999, zusammen
mit meiner Freundin, gemacht. In der Schule von Frau Adelheid Lipp in
Winterthur haben wir zuerst die Ch'i Kung-Übungen der acht Brokate
gelernt, und befassen uns nun seit etwa eineinhalb Jahren mit der Yang-Stil
Form des T'ai Chi Ch'üan. Ein eindrucksvolles Erlebnis war ohne Zweifel
die Teilnahme an einem Ferienkurs im Herbst 2000. Meister Chu King-Hung,
Präsident der International T'ai Chi Ch'üan Association (ITCCA),
leitete die Kurse und demonstriert auch, welche Fähigkeiten man mit
T'ai Chi Ch'üan entwickeln kann. Ich habe meine
Maturarbeit zweigeteilt, wobei der erste Teil eine Einführung in
die Welt des T'ai Chi Ch'üan ist, und ich im zweiten Teil untersuchen
will, ob und welche Auswirkungen das Training auf mein Wesen gehabt hat.
Mein tiefer Dank
gilt meiner T'ai Chi Ch'üan-Lehrerin Adelheid Lipp, die mich mit
viel Material, Zeit und Energie unterstützt hat, ebenso meiner Freundin
Linda, die mich unterstützt, wo immer sie kann, und viel Verständnis
aufbrachte, wenn ich den Kopf mal wieder übervoll hatte; Herrn Fabian
Egloff für seine Bereitschaft, mich zu betreuen und für seine
Unterstützung, sowie weiteren Personen, die sich Zeit nahmen, mir
zu helfen und so zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben: Brigitte
Kölla vom Ostasiatischen Seminar der Uni, Guido Ernst von der ITCCA
in Zürich, Huub van Heedel von der Uniklinik Balgrist, Pierrette
de Stoppani, sowie Dr. med. Ahmin Zahran. 1.1 Das Tao Der Weg, über
den wir sprechen können, ist nicht der ewige Weg; Tao wird übersetzt
mit Sinn, mit Weg, Fluss, Logos natura und noch einigem mehr. Tatsächlich
trifft aber keine dieser Übersetzungen den Sinn des Wortes genau,
denn auch "Tao" - im chinesischen zusammengesetzt aus den Ideogrammen
Kopf/Denken und Fuss/Gehen - als Begriff ist nur eine Notlösung,
dem Unbeschreibbaren einen Namen zu geben. Chao-chou fragte:
"Was ist das Tao?" Meister Nan-ch'üan erwiderte: "Dein
gewöhnliches Bewusstsein ist das Tao." - "Wie kann man
sich in Einklang damit bringen?" - "Wenn du den Einklang beabsichtigst,
weichst du schon davon ab." - "Aber wie kann man ohne Absicht
wissen, was Tao ist?" - "Das Tao", sprach der Meister,
" gehört weder dem Wissen noch dem Nicht-Wissen an. Wissen ist
Missverstehen, nicht-Wissen ist blinde Unwissenheit. Wenn du das Tao wirklich
ohne jeden Zweifel verstehst, dann ist es wie der offene Himmel. Warum
bringst du Recht und Unrecht hinein?" Es darf jedoch
nicht mit dem Gottesbegriff gleichgesetzt werden. Einem Gott kann man
gehorchen oder auch nicht. Währenddessen schliesst das Tao das Nicht-gehorchen
mit ein - die Einbildung, man könne ausserhalb davon existieren,
ist selbst ein Teil des Stromes, des Tao. Knospe/Brändli
(1985)
Das grosse Tao
fliesst überall, nach links und nach rechts. Taoismus ist das Mitgehen des Menschen mit dem Lauf oder dem Weg der natürlichen Welt, deren Prinzipien wir im strömenden Wasser, im Gras und im Feuer erkennen.(*6) |
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Die erste und
weitaus bekannteste Schrift des Taoismus ist das Tao te king (sprich:
Dao-de-dsching), das im 7.Jh. v. Chr. von Lao Tse ("Grosser Meister")
aufgeschrieben worden sein soll. Es ist in 81 Abschnitte unterteilt und
gehört zu den zeitlosen und am gründlichsten in die Tiefe der
Sache gehenden Büchern der Weltliteratur. Schon aus früherer
Zeit hat man jedoch Vasen mit eindeutig taoistischen Motiven gefunden.
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Den Weg des Tao gehen heisst, unser Eingebundensein
in die Prozesse der Natur erkennen und sich danach richten, der Taoist
will Eins mit der Natur und so Teil des grossen Flusses, des Tao , werden.
Für ihn hat alles seine Berechtigung, Gut oder Böse sind indifferent,
das eine existiert nur dank des anderen. Watts (1983) S.73 |
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Deshalb verweilt
der Weise bei allem, was er tut, im Nicht-Tun,
und lehrt nicht durch Worte. (Lao Tse, Tao te king 2) Wu wei, übersetzt mit Nichthandeln oder Nichtexistenz von Tun, ist das Mittel, mit dem das Tao erreicht werden soll. Es darf jedoch nicht als Trägheit oder blosse Passivität aufgefasst werden. Vielmehr geht es um eine Form von Intelligenz, die Strukturen und Neigungen menschlicher und natürlicher Dinge so gut zu kennen, dass man im Umgang mit ihnen ein Minimum an Energie verbraucht. Diese Intelligenz ist nicht bloss intellektuell, es ist "die unbewusste Intelligenz des ganzen Organismus und insbesondere die dem Nervensystem innewohnende Weisheit."
Gelingt es jemandem, im Einklang mit der Natur zu Leben, erreicht man nach taoistischer Auffassung Unsterblichkeit. Dies ist jedoch nicht im wörtlichen Sinne aufzufassen. Es bedeutet, dass, auch wenn der grobstoffliche Körper stirbt, sich der feinstoffliche, der geistige Körper so rein entfaltet hat, dass er an den Wandlungen des Tao weiter teilhaben kann. Die Taoisten haben sich deshalb schon immer dem Studium der Natur verschrieben, um ihre Gesetzmässigkeiten zu erforschen, sich mit ihr in Einklang zu bringen und so ihr Leben zu verlängern. Daraus entstand eine breite Anzahl von Methoden und Praktiken, die sich folgendermassen grob gruppieren lassen: · Methoden
der Atemführung All diesen Methoden
liegt die energetische Betrachtung der Natur zugrunde. Das heisst, man
betrachtet jede Erscheinung und jedes Lebewesen als eine Manifestation
von Ch'i, der "ursprünglichen, ewigen und höchsten Energie."
Ch'i ist die Kraft, die die natürlichen Umwandlungen in Gang setzt.
Man kann sie durchaus als Energie im physikalischen Sinn verstehen. Sie
bewegt sich zwischen den beiden Polen Yin und Yang in einem dynamischen
Gleichgewicht. Genauso kann Ch'i als potentielle Energie gespeichert werden.
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Dank ihres Wissens
um Medizin und ihres Verständnisses für die Natur wurden taoistische
Mönche schon sehr früh in die Rolle von Priestern gedrängt.
Man konsultierte sie, um Kranke zu heilen und böse Geister zu vertreiben.
Sie erteilten die Absolution und brachten Opfer dar. Zum Dank erbaute
man ihnen Tempel und Klöster, so zum Beispiel auf dem Wudang-, oder
dem Huashan-Gebirge. An diesen heiligen Orten übten sich tausende
Mönche, im Einklang mit der Natur zu leben und widmeten sich wissenschaftlichen
Studien. So bekam der Taoismus einen ausgeprägt volksreligiösen
Charakter, auch wenn dies nie das eigentliche Ziel war. Dieses lag immer
auf der Bewahrung und Weiterentwicklung des taoistischen Wissens und seiner
Methoden zur Lebensführung bis hin zur Erlangung der Unsterblichkeit.
Heute ist der Taoismus
in der chinesischen Mentalität und ihrer Kultur tief verwurzelt.
Wenn er meistens auch nicht bewusst praktiziert wird, so sind die Existenz
und die Auswirkungen von Ch'i, der "vitalen Lebenskraft" , und
des polaren Systems von Yin und Yang selbstverständlich.
Die Traditionelle
Chinesische Medizin basiert auf dem Werk Huan-ti nei-ching ("Der
innere Klassiker des Gelben Fürsten"), das ungefähr Zeitgleich
mit dem Tao te king entstanden ist. Die taoistische Philosophie darf auch
als ihre geistige Grundlage angesehen werden.
Tjoa (1999) S.18 |
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Die Traditionelle
Chinesische Medizin unterscheidet einen grossen und einen kleinen Energiekreislauf.
Der grosse Energiekreislauf wird in zwölf Haupt- und acht Sondermeridiane
eingeteilt. Die Hauptmeridiane verlaufen je von einem Finger oder einer
Zehe aus durch den Körper zu dem Organ, das jedem zugeordnet ist,
und verbindet sich anschliessend mit dem nächsten Meridian. So ergibt
sich ein geschlossener Kreislauf. Der kleine Energiekreislauf verläuft
entlang der vertikalen Symmetrieachse des Körpers, ist also ebenfalls
in sich geschlossen.
Ch'i ist die Quelle aller Bewegung im Körper, sowohl bewusster, unbewusster, geistiger (Gedanken), sowohl von Lebensprozessen allgemein (Geburt, Tod). Es darf dabei aber nicht als ihre Ursache, sondern eher als die energetische Qualität der Bewegung angesehen werden. · Ch'i schützt
den Körper vor Umwelteinflüssen wie Wind oder Kälte. Alle Bereiche des
menschlichen Körpers, sowie auch alle Vorgänge darin, werden
in der Traditionellen Chinesischen Medizin in einen Yin- und einen Yang-Aspekt
unterteilt. Die Kunst besteht nun darin, diese beiden Aspekte für
jedes Organ und jeden Vorgang im Körper im Gleichgewicht zu halten.
Dazu muss noch gesagt werden, dass die Traditionelle Chinesische Medizin
nicht genau die gleiche Vorstellung eines Organs hat wie die westliche
Medizin. Bei ihr sind das Organ und seine Funktion stets untrennbar miteinander
verknüpft, währenddem die westliche Medizin eher eine pathologische
Vorstellung davon hat. Das Gesundheitssystem
in China setzt heute sowohl auf die Traditionelle Chinesische wie auch
auf die westliche Medizin. Während letztere zur Behandlung von akuten,
als gefährlich eingeschätzten Krankheiten zum Einsatz kommt,
wird bei chronischen Leiden und der Therapie funktioneller Störungen
nach wie vor auf die traditionelle Medizin gesetzt. Luczak & Stohrer (2001) S. 9 2.1 Was ist T'ai Chi Ch'üan Auf den ersten
Blick ist das T'ai Chi Ch'üan eine verwirrende Abfolge von harmonisch
langsamen Bewegungen, eine Meditation in Bewegung oder ein Schwimmen in
der Luft. Bereits vor 6000
Jahren sollen in China Bewegungsübungen zur Gesundheitsförderung
existiert haben. Über die Jahrhunderte verbreiteten und entwickelten
sich diese immer weiter, man lernte die Wirkungsweise des Ch'i kennen
und es für Kampfkunstzwecke einzusetzen. Vor allem taoistische Mönche,
die auf ihren Wanderungen nach Schutz vor Überfällen suchten,
leisteten viel für die Entwicklung der Kampfkünste. Liao (1995) S.35 Neu an dieser Kampfkunst
war, dass nicht mit eigener Kraft gekämpft wurde, sondern diejenige
des Gegners absorbiert und gegen ihn gerichtet wurde. Dies machte das
T'ai Chi Ch'üan zur effektivsten Kampfkunst überhaupt. 2.3.1 Die Grundform Wie sich mit der
Zeit die verschiedenen Stile des T'ai Chi Ch'üan entwickelt haben,
so hatte auch jede Familie ihre eigene Methode, zu trainieren. Das Ziel,
die Form im Einklang mit dem Tao, entsprechend den Prinzipien von Yin
und Yang zu beherrschen, war aber allen gemeinsam. Ich beschränke
mich in der Arbeit darauf, den Yang-Stil näher zu erläutern,
dies anhand von zwei verschiedenen Methoden. Die eine basiert auf dem
traditionellen chinesischen Weg, wie er von Cheng Man Ch'ing überliefert
wurde . Wird die Grundform beherrscht, beginnt man, sie immer weiter zu perfektionieren. Nachfolgend nun ein Auszug aus dem Buch "13 Kapitel zu T'ai Chi Ch'üan" von Meister Cheng Man Ch'ing, welcher die traditionellen Entwicklungsstufen des Yang-Stils erstmals veröffentlicht hat. "Die Entwicklungsstufen beim T'ai Chi Chuan werden mit Hilfe der Dreiteilung Himmel, Erde und Mensch beschrieben. Die Stufe des Menschen wird mit einem zunehmenden Entspannen der Sehnen und mit einer Kräftigung des Blutes in Verbindung gebracht. Auf der Stufe der Erde öffnen sich die Gelenke, und auf der des Himmels kann das Üben mit vollkommener Aufmerksamkeit vollzogen werden. Die Stufen lassen sich in jeweils drei Phasen unterteilen. Während der ersten Phase der ersten Stufe entspannen sich die Sehnen von den Schultern zu den Fingern. In der zweiten Phase geschieht das gleiche von der Leistengegend bis zum Yungch'uan?Punkt in der Mitte der Fussohlen. Die dritte Phase erfasst den Rumpf vom Wei?lü?Punkt am Steissbein bis zum Ni?wan?Punkt am Scheitel. Die erste Phase der zweiten Stufe bringt ein Sinken des Ch'i zum Tan T'ien mit sich. In der zweiten Phase gelangt das Ch'i zum Yung?ch'uan und in der dritten zum Ni?wan?Punkt. In der ersten Phase der dritten Stufe kann man die Energie wahrnehmen ["hören"]. Die zweite Phase läßt uns die Energie "verstehen." In der dritten Phase erreicht man den Zustand der vollkommenen Klarheit. Das sind die drei Stufen mit ihren insgesamt neun Phasen." Cheng Man Ch'ing: 13 Kapitel zu T'ai Chi
Ch'üan Charakteristisch
für die Ausbildung im T'ai Chi Ch'üan ist, dass viel mit Achtsamkeit
gearbeitet wird, dass man "erspürt", wann eine Bewegung
richtig ausgeführt worden ist und das Ch'i ungehemmt fliesst. Die sogenannte
Yin-Yang-Form ist die erste Vertiefungsstufe. Sie gibt dem T'ai Chi Ch'üan
Struktur. Die Bewegungen werden in Yin und Yang unterteilt. Yin-Bewegungen
sind eher defensiv; bei Yang ist es umgekehrt. Beide Pole sollten immer
in Balance sein. 2.3.3 Zusätzliche Übungsformen Es ist von grossem
Vorteil, die in den Vertiefungsstufen zu lernenden Prinzipien auch noch
auf andere Weise zu trainieren. http://itcca.org/deutsch/Yang-Stil/vertiefungsstufen erfahren. Durch
das Berühren des Partners kann man lernen, Ch'i zu "senden"
respektive dasjenige des Partners zu spüren. Gleichzeitig kann man
die Position und den Schwerpunkt des Partners erahnen und versuchen, ihn
aus dem Gleichgewicht zu schieben.
T'ai Chi Ch'üan
ist die wirkungsvollste Kampfkunst überhaupt. Dabei unterscheidet
sie sich darin von den meisten anderen, dass es viel weniger auf Körperkraft,
als auf Entspannung und Leichtigkeit ankommt. Der Kämpfer bewegt
nie ein einzelnes Körperteil, sondern nur alle miteinander. Alle
seine Bewegungen sind kreisförmig, dadurch ist er in der Lage, Schläge
zu absorbieren, und ausserdem kann der Gegner die Bewegungen nicht vorausberechnen.
Der T'ai Chi Ch'üan- Kämpfer hingegen ist in der Lage, seinen
Gegner wie zufällig zu berühren und dabei Kraft und Richtung
seiner Attacke zu erspüren.
Cheng Man Ch'ing: 13 Kapitel zu T'ai Chi Ch'üan oder Wolken, die uns zeigen, was angesammelte Kraft ist. Ebenso zeigt sich das Ch'i in der Kraft von Himmel und Erde. Die Wirkungen der angesammelten Kraft von Wind und Wasser kann man überall beobachten und leicht verstehen. Die akkumulierte Kraft der Wolken oder des Ch'i ist schwerer zu erkennen und zu verstehen. Als Flugzeuge in Gebrauch kamen, begannen wir zu begreifen, dass schwarze Wolken Blitze in sich tragen, die alles, was sie treffen, zerstören können. Wenn wir bedenken, dass das angesammelte Ch'i Himmel und Erde aufrechterhält, muss auf dessen Kraft wohl nicht näher eingegangen werden. Geistige Kraft oder "wunderbare Geschwindigkeit" tragen die Vorstellung des Blitzes in sich. Dies alles gehört zur Entwicklung vollkommener Klarheit; die dritte Phase der dritten Stufe."
Das mag uns verständlicherweise recht paradox, beinahe wie aus einem Fantasy-Film vorkommen. Man muss die Kraft des Ch'i erfahren, um eine ungefähre Vorstellung seiner Möglichkeiten bekommen zu können.
"Stark wie
ein Holzfäller, geschmeidig wie ein Kind und gelassen wie ein Weiser",
wird nach einem chinesischen Sprichwort, wer T'ai Chi Ch'üan regelmässig
übt. Auch Verkrampfungen psychischer Art werden gelöst, Geist und Körper hängen in diesem Bereich ja sehr nahe zusammen Wir kennen die Redensart, "Den Kopf hängen lassen", oder raten jemandem, "die Ohren steif zu halten". Durch die innere Atmung wird die Atemfrequenz reduziert und gleichzeitig die Lungenkapazität vergrössert und der Gasaustausch verbessert. Auch der Blutdruck wird gesenkt. T'ai Chi Ch'üan beruhigt den Geist und schärft die Wahrnehmung, sowohl nach aussen wie auch in den Körper hinein, es fördert die Entwicklung von Selbstbewusstsein im wörtlichen Sinne. Der meditative Aspekt steigert die Konzentrationsfähigkeit, schenkt dem Übenden "mehr Weisheit" und kultiviert die Persönlichkeit. T'ai Chi Ch'üan als gesundheitsförderndes System ist ganzheitlich. Taoisten haben es von Anfang an auch praktiziert, um zu ihrem höchsten Ziel, der Verlängerung des Lebens und dem Erreichen der Unsterblichkeit zu gelangen. 2.5 Therapeutische/Medizinische Anwendungen
Ch'i Kung arbeitet
mit denselben Prinzipien wie das T'ai Chi Ch'üan. Während letzteres
jedoch während eines Übungsdurchganges sämtliche Energiemeridiane
im Körper anspricht, beschränkt sich eine Ch'i Kung-Übung
auf einen Einzelnen oder einige wenige davon. Eine Übung ist deshalb
kürzer, doch auch fliessend und in sich geschlossen. Mit Ch'i Kung
kann gezielt gegen ein Leiden vorgegangen werden, es wird deshalb häufiger
als T'ai Chi Ch'üan zu Therapiezwecken eingesetzt. Song (1991) S.37 Eine andere, interessante Anwendung findet jedoch immer häufiger Anklang bei uns: T'ai Chi Ch'üan als Unterstützung zu einer Psychotherapie anzubieten. Da man sich "auf der Schnittstelle zwischen äusserer Haltung und innerer Einstellung" bewegt, , ist jede Bewegung und jede Haltung auch Ausdruck der geistigen Verfassung. Die Idee geht nun dahin, durch das Sichbewusstwerden seiner Haltung sich auch seines Geistes bewusst zu werden, und durch die Korrektur des Äusseren auch das Innere zu beeinflussen. Mehrtens (2000) S.24 Ich will untersuchen,
ob sich durch mein Training eine Vergrösserung des Drehwinkels des
Kopfes ergibt. |
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Unser Wohnzimmer wurde kurzerhand
umfunktioniert. Ich stellte mich an den genau definierten Ort (s. Skizze),
und drehte, nur den Kopf, soweit wie möglich zur Seite (Roter Pfeil).
Meine Freundin bewegte einen gut sichtbaren Gegenstand auf einer Höhe
von ca. 120 cm langsam der Wand in meinem Rücken entlang, von der
Ecke in Richtung Mitte. Sobald ich ihn aus den Augenwinkeln heraus sah,
stoppte sie und markierte die Stelle. Dies ergab uns jeweils den Abstand
A. |
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Erste Messung
3.Sept. 2001
A(links)1: 1600
mm A(rechts)1: 1575 mm
Feneis (1998) s.
Anhang
A(links)2: 1440
mm A(rechts)2: 1124 mm Berechnung des Drehwinkels a a(links) = 180°
+ arcustan [(2235 mm - A(links)) / 2000 mm] Resultate: a(links)1 = 197,6° a(rechts)1 = 198,3° a(links)2 = 201.6° (Durchschnitt) a(rechts)2 = 209° (Durchschnitt) Veränderung des Drehwinkels: a(links)2 - a(links)1 = 4°(links) a(rechts)2 - a(rechts)1 = 10.7°(rechts)
Fehlerquellen:
- Ausdrehen der Schulter oder der Hüfte, anstatt nur des Kopfes. ð Messung nicht exakt reproduzierbar Da ich nicht recht
wusste, was ich mit diesen Resultaten anfangen sollte, fragte ich bei
R. Zimmerli, Physiotherapeutin in Winterthur, nach. Sie meinte, die Veränderung
sei immer relativ zum Ausgangszustand. Für einen gesunden Hals- Schulterbereich
seien 10° Veränderungen in dieser Zeit aber ziemlich viel. Auch
die Tagesform könne kaum soviel Einfluss nehmen. Die grössere Veränderung von ungefähr 10,7° hat im Drehen nach rechts stattgefunden. Das heisst, dass sich die linke Schulter stärker entspannt hat. Für mich war das eine überaus freudige Nachricht, heisst es doch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Feneis (1998) s. Anhang Zitierte Literatur: Internet:
Internet: Video:
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